Neugeborenes richtig halten und tragen: So verlierst du die Angst vor dem ersten Körperkontakt

Ein neugeborenes Baby das erste Mal in den Armen zu halten, ist ein magischer Moment – doch bei vielen frischgebackenen Eltern, besonders bei Vätern, schleicht sich schnell die Angst ein: „Mache ich etwas falsch? Ist das Baby nicht viel zu zerbrechlich?“ Die Sorge, den zarten Knochen oder dem Genick des Säuglings wehzutun, sorgt anfangs oft für kalten Schweiß.

Doch hier kommt die Entwarnung: Babys sind robuster, als man denkt! Solange der Kopf und der Nacken jederzeit stabil gestützt werden, tut ihnen das alltägliche Tragen und Bewegen absolut nicht weh. Mit ein wenig Übung und den richtigen Handgriffen beim Hochheben, Anziehen und Wickeln wirst du im Handumdrehen zum Profi.

1. Das Baby richtig aus dem Bettchen hochheben

Nach der dunklen, geschützten Umgebung im Mutterleib ist die Außenwelt für ein Neugeborenes erst einmal gewöhnungsbedürftig. Schnelle, ruckartige Bewegungen oder laute Geräusche erschrecken Babys leicht.

So gelingt das sanfte Hochheben:

  • Gehe langsam und behutsam vor. Sprich leise mit deinem Baby und halte Blickkontakt, um ihm Sicherheit zu geben.
  • Wichtig für die ersten 8 Wochen: Da die Nackenmuskulatur noch nicht ausgereift ist, muss eine Hand immer den Kopf stützen.
  • Schiebe eine Hand unter den Kopf deines Babys und lass deinen Unterarm gleichzeitig den Nacken und den oberen Rücken stabilisieren.
  • Greife mit der anderen Hand unter das Gesäß und die Beinchen. Hebe das Baby nun sanft und nah an deinem eigenen Körper nach oben. So kann der Kopf nicht nach hinten wegkippen.

2. Das Baby sicher ins Bett hinlegen

Beim Ablegen gehst du genau umgekehrt vor. Auch hier schätzt dein Baby sanfte Übergänge und Berührungen:

  • Lass eine Hand am Kopf/Rücken und die andere Hand am Po des Babys.
  • Beuge dich weit über das Bettchen, sodass der Körper des Babys zuerst komplett die Matratze berührt.
  • Ziehe zuerst vorsichtig die Hand unter dem Gesäß weg. Hebe den Oberkörper mit der freien Hand minimal an, um nun die Hand unter dem Kopf sanft hervorzuziehen.
  • Streichle dein Baby nach dem Ablegen noch ein wenig und sprich ihm beruhigend zu.

3. Die 3 besten Tragegriffe für Neugeborene

Lass dich von der Angst, etwas falsch zu machen, nicht verunsichern. Babys lieben es, getragen zu werden! Dein Herzschlag, deine Körperwärme und die rhythmischen Bewegungen wirken extrem beruhigend. Probier doch mal diese drei klassischen und sicheren Haltepositionen aus:

Der klassische Wiegegriff (Kolda Taşıma)

Die perfekte Position zum Kuscheln und Füttern. Lege den Kopf deines Babys sanft in deine Ellenbeuge. Mit dem Unterarm und der Hand desselben Arms stützt du den Rücken und das Gesäß. Die andere Hand sichert den Körper zusätzlich von vorne. Dein Baby spürt so deine maximale Nähe und fühlt sich rundum geborgen.

Der Schultergriff (Omuza Dayalı Taşıma)

Ideal für die aufrechte Haltung oder das berühmte „Bäuerchen“ nach dem Trinken. Lass das Baby aufrecht an deiner Brust hochwandern, sodass sein Köpfchen auf deiner Schulter ruht. Eine Hand stützt den Kopf und Nacken von hinten, während die andere Hand das Gesäß von unten absichert.

Der Fliegergriff (Yüzüstü Taşıma)

Die absolute Wunderwaffe bei Bauchschmerzen und Dreimonatskoliken! Lege dein Baby in Bauchlage auf deinen Unterarm. Dein Arm verläuft zwischen den Beinchen hindurch zum Bauch, während deine Hand das Kinn und die Wange des Babys sicher (und ohne die Atemwege zu verdecken) umgreift. Deine andere Hand stützt den Rücken oder die Beine von oben. Der sanfte Druck auf den Bauch wirkt entkrampfend.

Fazit für frischgebackene Eltern: Hab keine Angst vor Berührungen. Dein Baby signalisiert dir sehr schnell, wenn ihm eine Position nicht gefällt. Vertraue deinem Instinkt – je öfter du dein Baby hältst, desto sicherer wirst du!

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